{"id":818,"date":"2012-11-08T09:14:17","date_gmt":"2012-11-08T09:14:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hirnsport.de\/denksport2\/?p=818"},"modified":"2021-10-01T17:32:07","modified_gmt":"2021-10-01T17:32:07","slug":"sprachenlernen-haelt-das-gehirn-fit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hirnsport.de\/denksport2\/sprachenlernen-haelt-das-gehirn-fit","title":{"rendered":"Sprachenlernen h\u00e4lt das Gehirn fit"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-819\" title=\"Flags 75\" src=\"https:\/\/www.hirnsport.de\/denksport2\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Flags-75-300x195.jpg\" width=\"300\" height=\"195\" alt=\"L\u00e4nder und Flaggen\" srcset=\"https:\/\/www.hirnsport.de\/denksport2\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Flags-75-300x195.jpg 300w, https:\/\/www.hirnsport.de\/denksport2\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Flags-75.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><strong>Sch\u00e4tzungsweise besteht unser Gehirn aus unvorstellbaren 100 Milliarden bis hin zu einer Billion Nervenzellen, welche durch Synapsen miteinander verbunden sind. Reize die wir mit unseren Sinnesorganen aufnehmen, werden in elektrische Signale umgewandelt und \u00fcber die Nervenzellen in bestimmte Regionen im Gehirn geleitet und hier weiterverarbeitet.<\/strong><\/p>\n<p>Die Arbeitsweise von Nervenzellen ist so alt wie das Leben selbst. Allerdings ben\u00f6tigte die Evolution sch\u00e4tzungsweise 650 Millionen Jahre um aus den anf\u00e4nglich sehr einfachen Nervensystemen der Tierwelt das menschliche Gehirn zu entwickeln. So komplex unsere Gehirn auch ist, letztendlich basiert es noch immer auf den Prinzipien, die man von den einfachsten Lebewesen wie dem Darmbakterium Ecoli kennt. Reize aus der Natur werden \u00fcber die Sinnesorgane aufgenommen und mit Hilfe von elektrischen und chemischen Signalen weitergeleitet und verarbeitet.<\/p>\n<p><strong>Wie wir Sprachen lernen<\/strong><br \/>\nDas menschliche Gehirn hat sich im Laufe der Zeit mehr und mehr spezialisiert und gewissen Teilen sind bestimmte Aufgaben zugewiesen. So hilft uns zum Beispiel der vordere Teil unseres Gehirns (Stirnlappen) aufmerksam zu sein, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun, aber auch in Diskussionen zu argumentieren. Das gleiche gilt f\u00fcr das Erlernen von Sprachen. Das Wernicke Zentrum sowie das Brocas Areal z\u00e4hlen zu den Sprachzentren des menschlichen Gehirns. Hier findet neben Sprachproduktion auch die Verarbeitung von W\u00f6rtern statt. Sprachentwicklung ist zwar genetisch veranlagt, ben\u00f6tigt allerdings einen weiteren unerl\u00e4sslichen Faktor.<br \/>\nKinder k\u00f6nnen jede beliebige Sprache lernen, wenn sie von ihr umgeben sind. Ein Kind von japanischen Eltern kann deshalb ohne gro\u00dfe Probleme Englisch lernen, wenn es z.B. in England aufw\u00e4chst. Ungl\u00fccklicherweise wird diese Theorie von den traurigen F\u00e4llen isolierter Kinder best\u00e4tigt. Kinder die n\u00e4mlich ohne zureichende Kommunikation aufgewachsen sind, haben niemals oder nur sehr schwer sprechen gelernt.<br \/>\nAuch Erwachsene lernen eine neue Sprache wesentlich einfacher, wenn sie von ihr umgeben sind. Dies ist im eigenen Land meistens schwierig. Da man jedoch selten die M\u00f6glichkeit hat einen l\u00e4ngeren Auslandsaufenthalt machen, bieten zahlreiche Unternehmen mittlerweile <a href=\" http:\/\/www.linguista.ch\/\" rel=\"nofollow\">weltweit Sprachreisen<\/a> an. Neben dem Folgen eines intensiven Sprachkurses hat man die M\u00f6glichkeit seine neu erlernten Kenntnisse sofort praktisch anzuwenden und somit zu vertiefen.<\/p>\n<p><strong>Warum Sprachen gut f\u00fcr das Ged\u00e4chtnis sind<\/strong><br \/>\nDie F\u00e4higkeit mehrere Sprachen zu sprechen hat ganz offensichtlich berufliche Vorteile, wenn man bedenkt, dass die Welt mehr und mehr zusammenw\u00e4chst. Zahlreiche Wissenschaftler haben sich jedoch ebenfalls mit diesem Thema auseinander gesetzt und festgestellt, dass Mehrsprachigkeit nicht nur praktischen Vorteile, sondern auch positive Auswirkungen auf unsere Ged\u00e4chtnisleistung hat.<br \/>\nWenn es um Bildung geht, sollten wir wie professionelle Athleten denken. \u201eFu\u00dfballspieler m\u00fcssen Ihren K\u00f6rper f\u00fcr die kommende Saison vorbereiten. Genauso sollten wir unser Gehirn trainieren\u201c sagt Dr. Moreno. Er ist Wissenschaftler am Baycrest\u2019s Rotman Research Institut in Toronto , Kanada. Er besch\u00e4ftigt sich schon seit l\u00e4ngerer Zeit mit den Vorg\u00e4ngen im Gehirn.<br \/>\nSeine Kollegin Dr. Bialystok, von der York Universit\u00e4t in Toronto, hat herausgefunden, dass es Menschen die regelm\u00e4\u00dfig zwei Sprachen sprechen, leichter f\u00e4llt zu lernen. Das kommt vor allem daher, dass Lernen vor allem den vorderen Teil des Gehirns beansprucht. Und ebenso wie die Beinmuskeln beim regelm\u00e4\u00dfigen Rennen wird das Gehirn genau an diesen Stellen trainiert.<br \/>\nWeiterhin hat man entdeckt, dass im mehrsprachigem Gehirn alle erlernten Sprachen aktiv bleiben, selbst wenn nur eine gesprochen wird. Das ist tats\u00e4chlich mehr ein Vor- als ein Nachteil, denn es zwingt das Gehirn innere Konflikte zu l\u00f6sen und die andere(n) Sprache(n) zu unterdr\u00fccken was wiederum die Ged\u00e4chtnisleistung verbessert. Als Folge arbeiten die Teile im Gehirn welche f\u00fcr Planung, das L\u00f6sen von Problemen und mental schwierige Aufgaben zust\u00e4ndig sind, wesentlich besser als bei Menschen die nur eine Sprache sprechen. Nebenbei f\u00f6rdern diese Prozesse auch die F\u00e4higkeit sich auf mehrere Dinge abwechselnd zu konzentrieren und unwichtige Dinge zu ignorieren.<br \/>\nLetztendlich ist noch zu sagen, dass jeder f\u00e4hig ist eine neue Sprache zu lernen. Sprachtalent ist dabei wesentlich weniger wichtig als die meisten annehmen. Das Entscheidende ist, dass man motiviert bleibt und sich mit der Sprache umgibt. Der Rest kommt ganz von selbst.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sch\u00e4tzungsweise besteht unser Gehirn aus unvorstellbaren 100 Milliarden bis hin zu einer Billion Nervenzellen, welche durch Synapsen miteinander verbunden sind. Reize die wir mit unseren Sinnesorganen aufnehmen, werden in elektrische Signale umgewandelt und \u00fcber die Nervenzellen in bestimmte Regionen im Gehirn geleitet und hier weiterverarbeitet. 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