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Sprachenlernen hält das Gehirn fit

Länder und Flaggen

Länder und FlaggenSchätzungsweise besteht unser Gehirn aus unvorstellbaren 100 Milliarden bis hin zu einer Billion Nervenzellen, welche durch Synapsen miteinander verbunden sind. Reize die wir mit unseren Sinnesorganen aufnehmen, werden in elektrische Signale umgewandelt und über die Nervenzellen in bestimmte Regionen im Gehirn geleitet und hier weiterverarbeitet.

Die Arbeitsweise von Nervenzellen ist so alt wie das Leben selbst. Allerdings benötigte die Evolution schätzungsweise 650 Millionen Jahre um aus den anfänglich sehr einfachen Nervensystemen der Tierwelt das menschliche Gehirn zu entwickeln. So komplex unsere Gehirn auch ist, letztendlich basiert es noch immer auf den Prinzipien, die man von den einfachsten Lebewesen wie dem Darmbakterium Ecoli kennt. Reize aus der Natur werden über die Sinnesorgane aufgenommen und mit Hilfe von elektrischen und chemischen Signalen weitergeleitet und verarbeitet.

Wie wir Sprachen lernen
Das menschliche Gehirn hat sich im Laufe der Zeit mehr und mehr spezialisiert und gewissen Teilen sind bestimmte Aufgaben zugewiesen. So hilft uns zum Beispiel der vordere Teil unseres Gehirns (Stirnlappen) aufmerksam zu sein, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun, aber auch in Diskussionen zu argumentieren. Das gleiche gilt für das Erlernen von Sprachen. Das Wernicke Zentrum sowie das Brocas Areal zählen zu den Sprachzentren des menschlichen Gehirns. Hier findet neben Sprachproduktion auch die Verarbeitung von Wörtern statt. Sprachentwicklung ist zwar genetisch veranlagt, benötigt allerdings einen weiteren unerlässlichen Faktor.
Kinder können jede beliebige Sprache lernen, wenn sie von ihr umgeben sind. Ein Kind von japanischen Eltern kann deshalb ohne große Probleme Englisch lernen, wenn es z.B. in England aufwächst. Unglücklicherweise wird diese Theorie von den traurigen Fällen isolierter Kinder bestätigt. Kinder die nämlich ohne zureichende Kommunikation aufgewachsen sind, haben niemals oder nur sehr schwer sprechen gelernt.
Auch Erwachsene lernen eine neue Sprache wesentlich einfacher, wenn sie von ihr umgeben sind. Dies ist im eigenen Land meistens schwierig. Da man jedoch selten die Möglichkeit hat einen längeren Auslandsaufenthalt machen, bieten zahlreiche Unternehmen mittlerweile weltweit Sprachreisen an. Neben dem Folgen eines intensiven Sprachkurses hat man die Möglichkeit seine neu erlernten Kenntnisse sofort praktisch anzuwenden und somit zu vertiefen.

Warum Sprachen gut für das Gedächtnis sind
Die Fähigkeit mehrere Sprachen zu sprechen hat ganz offensichtlich berufliche Vorteile, wenn man bedenkt, dass die Welt mehr und mehr zusammenwächst. Zahlreiche Wissenschaftler haben sich jedoch ebenfalls mit diesem Thema auseinander gesetzt und festgestellt, dass Mehrsprachigkeit nicht nur praktischen Vorteile, sondern auch positive Auswirkungen auf unsere Gedächtnisleistung hat.
Wenn es um Bildung geht, sollten wir wie professionelle Athleten denken. „Fußballspieler müssen Ihren Körper für die kommende Saison vorbereiten. Genauso sollten wir unser Gehirn trainieren“ sagt Dr. Moreno. Er ist Wissenschaftler am Baycrest’s Rotman Research Institut in Toronto , Kanada. Er beschäftigt sich schon seit längerer Zeit mit den Vorgängen im Gehirn.
Seine Kollegin Dr. Bialystok, von der York Universität in Toronto, hat herausgefunden, dass es Menschen die regelmäßig zwei Sprachen sprechen, leichter fällt zu lernen. Das kommt vor allem daher, dass Lernen vor allem den vorderen Teil des Gehirns beansprucht. Und ebenso wie die Beinmuskeln beim regelmäßigen Rennen wird das Gehirn genau an diesen Stellen trainiert.
Weiterhin hat man entdeckt, dass im mehrsprachigem Gehirn alle erlernten Sprachen aktiv bleiben, selbst wenn nur eine gesprochen wird. Das ist tatsächlich mehr ein Vor- als ein Nachteil, denn es zwingt das Gehirn innere Konflikte zu lösen und die andere(n) Sprache(n) zu unterdrücken was wiederum die Gedächtnisleistung verbessert. Als Folge arbeiten die Teile im Gehirn welche für Planung, das Lösen von Problemen und mental schwierige Aufgaben zuständig sind, wesentlich besser als bei Menschen die nur eine Sprache sprechen. Nebenbei fördern diese Prozesse auch die Fähigkeit sich auf mehrere Dinge abwechselnd zu konzentrieren und unwichtige Dinge zu ignorieren.
Letztendlich ist noch zu sagen, dass jeder fähig ist eine neue Sprache zu lernen. Sprachtalent ist dabei wesentlich weniger wichtig als die meisten annehmen. Das Entscheidende ist, dass man motiviert bleibt und sich mit der Sprache umgibt. Der Rest kommt ganz von selbst.

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