Gehirnjogging, Denksport und Rätsel

Lernen

Wie wichtig sind Vitamine für das Lernen (Teil 2)?

Welche Vitamine und Nährstoffe für die Hirnleistung und die psychische Belastbarkeit von Bedeutung sind, besonders bei Kindern und Jugendlichen, werden nun im Einzelnen genannt.

Vitamin B1
Da Neuronen keine Fettsäuren verbrennen können, sind sie besonders vom Vitamin B1 abhängig, welches auch für den Abbau von Kohlenhydraten verantwortlich ist. Doch neben dem Energiestoffwechsel, erfüllt Vitamin B1 auch einige Aufgaben im Nervensystem, wie z.B. der Mitwirkung bei der Synthese von Acetylcholin oder der Nervenreizleitung. Die Leistungsfähigkeit des Hirns kann mit diesem Vitamin gefördert werden. Selbst bei normal konzentriertem Blut, kann, durch Supplementation von Vitamin B1, eine Steigerung der Hirnfunktionen gemessen werden. Mit dem richtigen Frühstück kann also die Leistung deutlich verbessert werden. Vollkornbrot, das Vitamin B1 enthält, kann die Reaktionsfähigkeit steigern. Nicht umsonst heißt es, das Frühstück sei die wichtigste Mahlzeit des Tages. Wer hier auf die richtige und ausgewogene Ernährung achtet, wird zu besseren Leistungen fähig sein.

Vitamin B6, B12 und Folsäure
Getreide, Nüsse oder Bananen zum Beispiel, enthalten das Vitamin B6. Dieses Vitamin ist besonders für die sogenannten „kognitiven Fähigkeiten“, zu welchen unter anderem Aufmerksamkeit, Erinnerung, Lernen, Kreativität und Planen gehören, zuständig. Auch andere B-Vitamine, wie B12, die in Fisch oder Schimmelkäse enthalten sind, konnten bei wissenschaftlichen Tests und Studien die Merkleistung der Probanden deutlich erhöhen. Solche Vitamine können für das Auswendiglernen sehr hilfreich sein.
Auch das unter Folsäure besser bekannte Vitamin B11, gehört dem B-Vitaminkomplex an, und ist für viele Faktoren, die das Lernen begünstigen, erforderlich. Einseitige Ernährung, Alkoholkonsum und auch Schwangerschaften können zu einer Unterversorgung und somit zu einem Folsäuremangel führen. Die Symptome sind eindeutig: Reizbarkeit, Konzentrationsschwäche und depressive Verstimmungen. Keines dieser Symptome wird zum Lernen motivieren können. Um die eigene Leistung zu steigern, sollte viel grünes Blattgemüse, wie Spinat oder Rosenkohl gegessen werden. Aber auch Getreide, Rote Beete, Karotten, Spargel, Eigelb oder sogar Leber sind reich an Folsäure und sollten nicht unbeachtet bleiben. Eine Überdosierung kann nicht erreicht werden, da Überschüsse wieder ausgeschieden werden.

Omega-Fettsäuren
Eine wichtige Rolle bei der Denkleistung des Menschen spielen auch Fettsäuren, wie Omega-3 und Omega-6. Nach dem Fettgewebe weisen das Gehirn und das Nervengewebe die höchste Konzentration an Fettsäuren im menschlichen Körper. Dies bedeutet, dass ein Mangel an Omega-3 oder Omega-4 das Denken beeinträchtigt und somit zu schlechten Leistungen führt. Außerdem wirkt sich Omega-3 positiv auf die Psyche aus und macht glücklich. Die Fettsäuren sind in Nüssen, Leinsamen, Rapsöl und fettem Fisch enthalten.
Mineralstoffe
Auch Mineralstoffe, wie Eisen, Calcium und Magnesium sind enorm wichtig für erfolgreiches Lernen, denn sie unterstützen die Entwicklung des Gehirns und dessen Funktionen. Eisen ist in rotem Fleisch, oder Trockenfrüchten enthalten, Calcium ist in Milch oder Spinat zu finden und der Magnesiumgehalt könnte über Nüsse oder durch Fisch aufgefüllt werden.

Vitamin D
Dieses Vitamin ist das einzige, das der Körper selber produzieren kann. Allerdings benötigt der Körper für die Produktion von Vitamin D Sonnenlicht, was in manchen Ländern nicht häufig auftritt und deshalb ein Mangel des Vitamins ein ernsthaftes Problem zu sein scheint. Um sich dieses Vitamin zu sichern könnten z.B. Sprachreisen in Spanien für das Lernen einer Fremdsprache nützlich sein oder einfach nur ein kurzer Urlaub in einem sonnigeren Ort, der neben der Entspannung, auch reichlich Sonne bietet und somit für die Vitamin D Zufuhr und neue Energie sorgt.

Wasser
Ebenfalls von Vorteil für das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit ist die Zufuhr von Flüssigkeit. Ein geringer Flüssigkeitsverlust kann schon die intellektuellen Fähigkeiten eines Menschen deutlich einschränken. Auch Müdigkeit und Kopfschmerzen können die Folge sein und das effektive Lernen könnte dadurch behindert werden. Deshalb sollte stets auf einen gedeckten Wasserhaushalt geachtet werden. Empfohlen werden mindestens 1,5 bis 2 Liter täglich, damit der Körper und das Hirn reibungslos funktionieren können.
Egal ob eine neue Fremdsprache, das Schreiben- und Lesen oder ob für eine Führerscheinprüfung gelernt wird, eine leistungsfähige Hirnfunktion ist für diese Prozesse nicht wegzudenken. Um diese zu gewährleisten, sind neben genügend Schlaf, auch die gesunde und reichhaltige Ernährung wichtig. Oft wird grade in der Lernphase, die schon durch Zeit- und Leistungsdruck Stress für den Körper bedeutet, auf ausgewogene Ernährung bewusst verzichtet. Doch gerade in dieser Phase, benötigen Körper und Geist viele Vitamine und Mineralstoffe, um viele Funktionen so reibungslos und effektiv, wie nur möglich zu gestalten. Wer also erfolgreich sein möchte, achtet beim Lernen lieber auf das, was gegessen wird und vielleicht macht das Vitamin A schon bald einen 1A-Schüler aus Ihnen.
Waldemar Fischer

Wie wichtig sind Vitamine für das Lernen (Teil 1)?

Dass Vitamine und eine gesunde Ernährung allgemein wichtig sind, braucht hier nicht weiter erläutert werden. Ein ungedeckter Vitaminbedarf kann böse Folgen für die Gesundheit haben, vor allem bei einem langfristigen Vitaminmangel. Doch kann dieser auch Auswirkungen auf das Lernen haben? Und wenn ja, wie wirkt sich dies aus?

Es gibt eine Vielzahl von Vitaminen, die für viele Körperfunktionen wichtig sind. Zwischen zwei Arten von Vitaminen wird dabei unterschieden: fettlösliche und wasserlösliche. Die fettlöslichen Vitamine werden in großen Mengen und zentral in unserem Körper gespeichert und sind für die Eiweißbildung zuständig. Die wasserlöslichen Vitamine unterstützen Enzyme bei der Arbeit, die ohne Vitamine nicht machbar wäre. Anders als bei Hormonen, kann der Körper Vitamine nicht selbst produzieren, sondern erhält diese nur durch die Nahrungsaufnahme. Eine Ausnahme ist das Vitamin D, doch dazu später mehr.

Eine gesunde, abwechslungsreiche Ernährung, reichhaltig an Vitaminen und Nährstoffen, ist nicht nur für den Körper wichtig, sondern auch für unsere Hirnaktivitäten. Laut Siegfried Lehrl, Medinzinpsychologe und Vorsitzender der Gesellschaft für Gehirntraining, unterschätzen viele Menschen den Einfluss von Ernährung auf die Intelligenz. Das ungesunde, fett- und zuckerreiche Essen heutzutage, hat einen Rückgang des Intelligenzquotienten zur Folge, so Lehrl. Während früher ein stetiger Anstieg des IQs zu verzeichnen war, ist davon heute nicht mehr die Rede. Bei der kanadischen Studie „Children’s Lifestyle and School Performance“ wurden die Essgewohnheiten von insgesamt 5.000 Schülern untersucht. Auffällig war, dass Schüler mit der geringsten Fettaufnahme und dem höchsten Verzehr von Obst und Gemüse bei Lese- und Rechtschreibtests am besten abschnitten. Eine Verbindung zwischen Hirnleistung und Ernährung scheint also tatsächlich zu bestehen.

Im zweiten Teil finden sie eine Liste der wichtigsten Vitamine und Ihrer Wirkung.

Sprachenlernen hält das Gehirn fit

Flags 75

Schätzungsweise besteht unser Gehirn aus unvorstellbaren 100 Milliarden bis hin zu einer Billion Nervenzellen, welche durch Synapsen miteinander verbunden sind. Reize die wir mit unseren Sinnesorganen aufnehmen, werden in elektrische Signale umgewandelt und über die Nervenzellen in bestimmte Regionen im Gehirn geleitet und hier weiterverarbeitet.

Die Arbeitsweise von Nervenzellen ist so alt wie das Leben selbst. Allerdings benötigte die Evolution schätzungsweise 650 Millionen Jahre um aus den anfänglich sehr einfachen Nervensystemen der Tierwelt das menschliche Gehirn zu entwickeln. So komplex unsere Gehirn auch ist, letztendlich basiert es noch immer auf den Prinzipien, die man von den einfachsten Lebewesen wie dem Darmbakterium Ecoli kennt. Reize aus der Natur werden über die Sinnesorgane aufgenommen und mit Hilfe von elektrischen und chemischen Signalen weitergeleitet und verarbeitet.

Wie wir Sprachen lernen
Das menschliche Gehirn hat sich im Laufe der Zeit mehr und mehr spezialisiert und gewissen Teilen sind bestimmte Aufgaben zugewiesen. So hilft uns zum Beispiel der vordere Teil unseres Gehirns (Stirnlappen) aufmerksam zu sein, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun, aber auch in Diskussionen zu argumentieren. Das gleiche gilt für das Erlernen von Sprachen. Das Wernicke Zentrum sowie das Brocas Areal zählen zu den Sprachzentren des menschlichen Gehirns. Hier findet neben Sprachproduktion auch die Verarbeitung von Wörtern statt. Sprachentwicklung ist zwar genetisch veranlagt, benötigt allerdings einen weiteren unerlässlichen Faktor.
Kinder können jede beliebige Sprache lernen, wenn sie von ihr umgeben sind. Ein Kind von japanischen Eltern kann deshalb ohne große Probleme Englisch lernen, wenn es z.B. in England aufwächst. Unglücklicherweise wird diese Theorie von den traurigen Fällen isolierter Kinder bestätigt. Kinder die nämlich ohne zureichende Kommunikation aufgewachsen sind, haben niemals oder nur sehr schwer sprechen gelernt.
Auch Erwachsene lernen eine neue Sprache wesentlich einfacher, wenn sie von ihr umgeben sind. Dies ist im eigenen Land meistens schwierig. Da man jedoch selten die Möglichkeit hat einen längeren Auslandsaufenthalt machen, bieten zahlreiche Unternehmen mittlerweile weltweit Sprachreisen an. Neben dem Folgen eines intensiven Sprachkurses hat man die Möglichkeit seine neu erlernten Kenntnisse sofort praktisch anzuwenden und somit zu vertiefen.

Warum Sprachen gut für das Gedächtnis sind
Die Fähigkeit mehrere Sprachen zu sprechen hat ganz offensichtlich berufliche Vorteile, wenn man bedenkt, dass die Welt mehr und mehr zusammenwächst. Zahlreiche Wissenschaftler haben sich jedoch ebenfalls mit diesem Thema auseinander gesetzt und festgestellt, dass Mehrsprachigkeit nicht nur praktischen Vorteile, sondern auch positive Auswirkungen auf unsere Gedächtnisleistung hat.
Wenn es um Bildung geht, sollten wir wie professionelle Athleten denken. „Fußballspieler müssen Ihren Körper für die kommende Saison vorbereiten. Genauso sollten wir unser Gehirn trainieren“ sagt Dr. Moreno. Er ist Wissenschaftler am Baycrest’s Rotman Research Institut in Toronto , Kanada. Er beschäftigt sich schon seit längerer Zeit mit den Vorgängen im Gehirn.
Seine Kollegin Dr. Bialystok, von der York Universität in Toronto, hat herausgefunden, dass es Menschen die regelmäßig zwei Sprachen sprechen, leichter fällt zu lernen. Das kommt vor allem daher, dass Lernen vor allem den vorderen Teil des Gehirns beansprucht. Und ebenso wie die Beinmuskeln beim regelmäßigen Rennen wird das Gehirn genau an diesen Stellen trainiert.
Weiterhin hat man entdeckt, dass im mehrsprachigem Gehirn alle erlernten Sprachen aktiv bleiben, selbst wenn nur eine gesprochen wird. Das ist tatsächlich mehr ein Vor- als ein Nachteil, denn es zwingt das Gehirn innere Konflikte zu lösen und die andere(n) Sprache(n) zu unterdrücken was wiederum die Gedächtnisleistung verbessert. Als Folge arbeiten die Teile im Gehirn welche für Planung, das Lösen von Problemen und mental schwierige Aufgaben zuständig sind, wesentlich besser als bei Menschen die nur eine Sprache sprechen. Nebenbei fördern diese Prozesse auch die Fähigkeit sich auf mehrere Dinge abwechselnd zu konzentrieren und unwichtige Dinge zu ignorieren.
Letztendlich ist noch zu sagen, dass jeder fähig ist eine neue Sprache zu lernen. Sprachtalent ist dabei wesentlich weniger wichtig als die meisten annehmen. Das Entscheidene ist, dass man motiviert bleibt und sich mit der Sprache umgibt. Der Rest kommt ganz von selbst.

Review: DVD Merken lernen

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dvd Merken lenen

Merken lernen – konzentrieren einprägen erinnern. Gedächtnistraining mit Christiane Stenger
Medium: DVD
Preis: 15,99 Euro
Erscheinungstermin: Oktober 2011
Spieldauer: 90 Minuten
Link Zur Bestellung beim Amazon.de

Die Juniorgedächtnismeisterin (Christiane Stenger) stellt im Rahmen eine Seminars viele verschiedene Gedächtnistechniken zum besseren Erinnern vor und übt diese mit den Teilnehmern ein.
Einführend gibt sie allgemeine Informationen zum Gehirn und Gedächtnis und betont wie wichtig in dem Zusammenhang die Kreativität ist. Deshalb werden zu Beginn Übungen zur Aktivierung der Kreativität durchgeführt.
Bei den jeweiligen Gedächtnistechniken werden auch praktische Anwendungsmöglichkeiten für den Alltag genannt. Man erhält einen guten Überblick über die verschiedenen Gedächtnistechniken und kann diese ansatzweise einüben.
Allerdings wird beim Mitmachen die Vorstellungskraft für einen Anfänger sehr herausgefordert. Auch die Geschwindigkeit der Durchführung ist eher etwas für Geübte.

Zusammenfassend:
Die DVD bietet einen guten Überblick über Gedächtnistechniken, einige Ideen um die Kreativität anzukurbeln, jedoch für blutige Anfänger nur bedingt geeignet.

Alterseinstufung: Freigegeben ohne Altersbeschränkung
Darsteller: Christiane Stenger
Regisseur: Nepomuk V. Fischer

Link zur Produktseite der DVD: http://www.merkenlernen.de

Buchvorstellung: Gehirn und Erfolg

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Gehirn und Erfolg
12 Regeln für Schule, Beruf und Alltag

Autor: John Medina
Verlag. Spektrum Sachbuch, 2009
Übersetzt von Vogel, Sebastian
Seiten: 338, 12 Abbildungen
ISBN: 978-3-8274-2121-0

Bestellen bei Amazon

Die moderne Hirnforschung hat in den letzten Jahren beachtliche Fortschritte in der Untersuchung unseres Denkapparats gemacht. Besonders die Bildgebenden Verfahren waren maßgeblich daran beteiligt. Eine spannende Frage bleibt: wie können wir die Erkenntnisse der Forschung in die Bereiche unseres den Alltag, Beruf und Familie übernehmen?
Der Autor tut genau das. Er dokumentiert aktuelle Ergebnisse aus vielen Forschungsaktivitäten und leitet daraus 12 Regeln für die Umsetzung ab. Dabei schafft er es die Informationen auf kurzweilige Art und Weise anschaulich und nachvollziehbar zu verpacken.
Leider schafft er es nicht das hochgesteckte Ziel: Die 12 Regeln wirklich konkret und praktisch zu formulieren. Viele Tipps bleiben sehr Allgemein oder sind schon seit vielen Jahren bekannt. so zum Beispiel: Will man Fakten im Langzeitgedächtnis wirklich dauerhaft verankern, kommt man am Wiederholen des Stoffs und möglichst viele und lebendige Verknüpfungen zu erstellen nicht herum. Das wissen fast alle Leser, die sich der Materie nicht gerade komplett neu nähern.
Trotzdem ist das Buch lesenswert und eine kurzweilige Lektüre.

Hier die 12 Bereiche und Regeln im Überblick:

1. Regel: Bewegung – Bewegung stärkt den Geist
2. Regel: Überleben – Das Gehirn ist ein Produkt der Evolution
3. Regel: Verdrahtung – Jedes Gehirn ist anders verdrahtet
4. Regel: Aufmerksamkeit – Langeweile ist der Feind der Aufmerksamkeit
5. Regel: Kurzzeitgedächtnis – Wiederholung stärkt das Gedächtnis
6. Regel: Langzeitgedächtnis – Wiederholen, wiederholen, wiederholen
7. Regel: Schlaf – Wer gut schläft, kann gut denken
8. Regel: Stress – Stress verändert das Lernen
9. Regel: Mit allen Sinnen – Alle unsere Sinne wollen angeregt werden
10. Regel: Sehen – Das Sehen übertrifft alle anderen Sinne
11. Regel: Geschlechter – Das Gehirn ist geschlechtsspezifisch
12. Regel: Entdeckungen – Der Mensch kommt als Forscher zur Welt

Wer rastet, rostet – Sprachen im Alter

Es ist allgemein bekannt, dass eine körperliche Inaktivität sich negativ auf den menschlichen Organismus auswirkt. Gelenke versteifen, Knochen werden weich und Muskeln bilden sich zurück; das ganze Wohlbefinden wird eingeschränkt. Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass geistige Aktivitäten mindestens genauso wichtig sind für die Leistungsfähigkeit, wie die körperlichen.

Das menschliche Hirn muss demnach genauso regelmäßig trainiert werden, wie ein Muskel – auch im Alter. Wer also der Redensart „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“ bislang Glauben schenkte und vielleicht sogar mit dieser irrtümlichen „Weisheit“ seine Vergesslichkeit und Unlernfähigkeit begründet, sollte zackig umdenken.

Die These, dass ab einem gewissen Alter die Lernfähigkeit geringfügig oder gar nicht mehr vorhanden ist, wurde in einer Studie widerlegt. Ältere hatten es zwar etwas schwieriger das Jonglieren mit Bällen und Tüchern zu erlernen, als ihre jüngeren Altersgenossen, die Unterschiede bei der Ausführung waren aber dann kaum bemerkbar. Bei dieser Studie war natürlich die Motorik im Vordergrund, gleichzeitig aber wurde die Lernfähigkeit zwischen den Altersklassen erforscht.

Fazit ist, dass Menschen ein Leben lang lernen und es dafür deshalb nie zu spät ist. Sei es das Tanzen, eine Sportart, ein Instrument oder nur eine neue Sprache, der Mensch ist auch jenseits der 60 fähig diese erfolgreich zu lernen. Das letztere bringt einige Vorteile für die geistige Leistungsfähigkeit.

Das Sprechen mehrerer Sprachen fördert viele Gehirnfunktionen und steigert somit das Denken, die Kreativität und die geistige Flexibilität eines Menschen. Außerdem wirken sich Fremdsprachen positiv auf interpersonelle Kompetenz und Kommunikation aus und wappnen einen vor dem geistigen Verfall. Die Gehirnaktivität verändert sich schon mit dem Beginn des Sprachelernens, was dann nicht nur das Erlernen der Sprache, sondern auch das Speichern von Informationen aus anderen Wissensgebieten begünstigt.

Aber nicht nur das. Ein Sprachelernender, der an Kursen teilnimmt, begibt sich auch in ein neues Umfeld. Es werden wohlmöglich neue Kontakte geknüpft und auch Unternehmungen getätigt, die einen aus den eigenen vier Wänden locken und somit die körperlichen Leistungen mitintegrieren. Eine interessante und erfolgversprechende Steigerung zu lokalen Sprachkursen wären Sprachreisen.

Eine Sprachreise nach London wäre z.B. eine nahegelegene Option die englische Sprache zu erlernen. Der Sprachreisende würde neben der Sprache gleichzeitig vieles über die Briten und die britische Kultur lernen. Gemeinsam mit persönlichen Erlebnissen werden dann Verknüpfungen im Hirn geschaffen, die das schnellere Erlernen der Sprache ermöglichen. Viele Sprachreisenanbieter haben auch 50+ Kurse, die dann neben dem Sprachkurs auch gemeinsame Unternehmungen im Programm haben.

Ein (älterer) Mensch sollte deshalb Fremdsprachen nicht abgeneigt sein und ruhig sein Hirnjogging auf ein neues Level bringen. Die Fähigkeit eine neue Sprache zu lernen besitzen wir alle, es sollte nur noch das Interesse daran entdeckt werden.

Sabine Weinreich